
ZWEI JAHRE ENGAGEMENT, WACHSTUM UND EINSATZ FÜR DIE GESELLSCHAFT
Tätigkeitsbericht des Wiener Zentrums für Menschenrechte und des Integrationshauses „NEKI“
20.01.2026
Das Wiener Zentrum für Menschenrechte und Integrationshaus „NEKI“ blickt auf zwei Jahre engagierter Arbeit zurück. Zwei Jahre mögen auf den ersten Blick ein kurzer Zeitraum sein, doch sie stehen für einen intensiven, inhaltsreichen Entwicklungsprozess und für konkrete, messbare Ergebnisse im Bereich Menschenrechte, Integration und zivilgesellschaftliches Engagement.
Die Arbeit begann bewusst niedrigschwellig – mit einem gemeinsamen Picknick, das Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung bot. Schon damals zeigte sich der große Bedarf an Orten, an denen sich Menschen gehört, geschützt und angenommen fühlen. In den vergangenen zwei Jahren ist unsere Organisation sowohl strukturell als auch fachlich und menschlich gewachsen. Aus lokalen Initiativen entwickelten sich Projekte, die heute in Kooperation mit der Stadt Wien umgesetzt werden.
Im Berichtszeitraum organisierte „NEKI“ 40 Vorträge zu rechtlichen, sozialen und kulturellen Themen, 8 Seminare sowie mehrere Diskussionsveranstaltungen, darunter ein Austausch mit dem Präsidenten des Wiener Straflandesgerichts. Ein besonderer Schwerpunkt war die öffentliche Diskussion zum Internationalen Tag der Menschenrechte, bei der grundlegende Freiheitsrechte, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und die Rolle der Zivilgesellschaft im Mittelpunkt standen.
Ein weiterer zentraler Pfeiler unserer Arbeit ist die Auseinandersetzung mit historischer Erinnerung und moralischer Verantwortung. In diesem Rahmen wurden Gedenkveranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag sowie zum Gedenktag für die Opfer des Holodomor organisiert – als bewusster Beitrag zur historischen Aufarbeitung und zur Sensibilisierung für die Folgen von Gewalt, Ausgrenzung und politischer Unterdrückung.
Nahezu wöchentlich fanden Integrationstreffen für Menschen über 50 Jahren, sowie ein deutscher Konversationsklub für auch für Migrant:innen 50+ statt. Diese Angebote entwickelten sich zu wichtigen sozialen Räumen, die Bildung, Austausch, soziale Teilhabe und Selbstvertrauen fördern. Ein weiteres bedeutendes Ereignis war ein Aktionstag für Geflüchtete, der in Zusammenarbeit mit dem UNHCR durchgeführt wurde.
Ein besonderes Highlight stellte das sechstägige Projekt „Demokratie aus der Sicht der Jugend“ dar, das gemeinsam mit der Stadt Wien realisiert wurde. Junge Menschen setzten sich dabei mit den Grundprinzipien der Demokratie auseinander, brachten eigene Ideen ein, übten konstruktiven Dialog und diskutierten gemeinsam über die Zukunft einer demokratischen Gesellschaft. Für viele Teilnehmende war dieses Projekt ein erster bewusster Schritt hin zu aktivem gesellschaftlichem Engagement und demokratischer Mitverantwortung.
Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ organisierte „NEKI“ den Vortrag „Kunst und Migration“, der sich mit weiblichen Migrationserfahrungen, Selbstexpression und der Rolle von Kunst als Mittel zur Verarbeitung von Trauma und zur Prävention von Gewalt beschäftigte.
Großen Stellenwert hat für uns die praktische Integration. In den vergangenen zwei Jahren wurden 12 Exkursionen zu staatlichen Institutionen und kulturellen Sehenswürdigkeiten in Österreich durchgeführt. Diese Aktivitäten ermöglichten den Teilnehmenden ein besseres Verständnis für das politische System, die Institutionen und den gesellschaftlichen Kontext Österreichs. Parallel dazu wurden rund 400 Personen zu rechtlichen, sozialen, bildungsbezogenen und integrationsrelevanten Fragen beraten.
Neben Bildungs- und Menschenrechtsarbeit legen wir Wert auf die physische und psychische Stärkung unserer Zielgruppen. Daher finden jeden Montag Selbstverteidigungstrainings statt, die das Selbstbewusstsein stärken, Kompetenzen zur persönlichen Sicherheit vermitteln und einen aktiven, gesundheitsfördernden Lebensstil unterstützen. Diese Angebote sind insbesondere für vulnerable Gruppen von großer Bedeutung und fördern Vertrauen sowie Solidarität.
Ein besonderer Stolz unserer Organisation ist das engagierte, verlässliche und diverse Team, das durch gemeinsame Werte verbunden ist: Respekt vor der Menschenwürde, Professionalität und ein aufrichtiges Interesse am Wohlergehen anderer. Dieses Team bildet das Herzstück und die tragende Kraft von „NEKI“.
Wir sind uns bewusst, dass noch viele Aufgaben vor uns liegen. Auch in Zukunft werden wir unsere Aktivitäten weiter ausbauen, neue Projekte entwickeln, Kooperationen vertiefen und auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. Unser Ziel bleibt klar: Menschen zu unterstützen, Menschenrechte zu stärken und einen Beitrag zu einer offenen, gerechten und demokratischen Gesellschaft zu leisten.
Zwei Jahre sind erst der Anfang.